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360° Tour durch den Bochumer Bruch

Konzeption Klettern und Naturschutz im Bochumer Bruch


Landesverband Nordrhein-Westfalen des Deutschen Alpenvereins e.V.

IV. Zonierungskonzept

1. Aufteilung in Betretungs- und Ruhezone / Selbstbeschränkung

Das vorliegende Konzept unterscheidet zwei Bereiche, einen Bereich, der betreten und für das Klettern bzw. Sichern genutzt werden darf (ca. 5 % der Steinbruchfläche), und einen zweiten Bereich, der einer ungestörten natürlichen Entwicklung überlassen und von jeglicher Nutzung unberührt bleiben soll, abgesehen von ggf. gezielt durchzuführenden Pflegemaßnahmen (ca. 95 % der Steinbruchfläche).

 

Diese beiden Bereiche sind in der anliegenden Karte (s. Anlage 1) gekennzeichnet. Die für das Klettern zugelassenen Felsen, einschließlich der Zustiege, und der Bereich, der nicht betreten werden soll, sind in der Karte entsprechend markiert.

 

Felswände, die sich zwar ebenfalls zum Klettern eignen, auf deren Nutzung der DAV aber im Zuge einer umfassenden Selbstbeschränkung bewusst verzichtet, um große zusammenhän-gende Naturschutz- und Ruhezonen zu schaffen, sind ebenfalls gekennzeichnet. Dabei handelt es sich um 65 Prozent (!) aller Felsflächen im Bochumer Bruch.

 

Da sich der Bruch für naturpädagogische Führungen offenbar nicht eignet, wird der DAV - den Expertenmeinungen Rechnung tragend - auch hierauf verzichten. Natur- und Erlebnispädagogik wird sich ausschließlich auf den zugelassenen Betretungsbereich beschränken.

2. Erschließung der Kletterfelsen

 

a) Auswahl der Felsen

Die Auswahl der Kletterfelsen ist in Abstimmung mit der Fachgutachterin Frau Poestges und den

Vertretern der ULB erfolgt. Für das Klettern vorgesehen sind insbesondere drei Zinnen im äußersten

Nord-Westen der Grube (Sektor I - s. Foto Nr. 1 der Fotosammlung in Anlage 2) sowie eine große Wand

im Osten des Steinbruchs (Sektor II - s. Foto Nr. 2). Ferner sollen im oberen Teil einer Wand im

Westen der Grube einige Routen erschlossen werden (Sektor III - s. Foto Nr. 3).

 

Die Wände im Süden des Steinbruchs (s. Foto Nr. 4) und sämtliche Felsen des sogenannten "Vorbaus",

einer zentralen breiten Wand im Norden des Steinbruchs (s. Foto Nr. 5) sollen im Zuge der oben

erwähnten Selbstbeschränkung unberührt bleiben.

 

b) Wegebau

Von zentraler Bedeutung für ein naturschonendes, „sanftes“ Klettern ist die Erschließung eines Klettergebiets. Da ausweislich der Untersuchungen die Grubensohle des Bochumer Bruchs sensibel ist, werden die Wege im Bruch so geführt, dass die Grubensohle möglichst nicht berührt wird. Die genaue Wegführung ist mit der Fachplanerin Frau Poestges und den Vertretern der ULB abgesprochen worden. Gemäß dieser Absprache sind etwa 80 Prozent der Wege in der Probephase durch ehrenamtliche Helfer des DAV – bewusst spartanisch – gebaut worden.

 

Alle Wege und auch die betretungsfreien Ruhezonen werden durch sogenannte „sächsische Markierungen“ gekennzeichnet (s. Zeichen in Anlage 3). Diese Markierungen sind in vielen deutschen Klettergebieten üblich und daher auch in Felsklettererkreisen bekannt und akzeptiert. Zusätzlich wird jeder Besucher des Bruches vor dem Betreten nochmals über Inhalt und Bedeu-tung der Markierungen informiert. Trittschäden an wegbegleitender Vegetation werden durch eine unmissverständliche Abgrenzung bspw. durch Totholz oder durch Seile verhindert.

 

c) Verbindungsweg und Zustiege im Einzelnen

Die Felsbereiche werden folgendermaßen erschlossen (s. Karte in Anlage 1): Die Grube erreicht der Kletterer durch ein kleines Eingangstor im Nord-Westen von der Kruppstraße aus. Ein in der Probephase errichteter Verbindungsweg (V) verbindet oberhalb des Grubenrandes die beiden Zustiege bzw. Abstiege zum Sektor I „Drei Zinnen“ (Z 1) und Sektor II „Wand im Osten“ (Z 2) miteinander. Der Verbindungsweg führt vom Eingangstor aus Gründen des Sicht- und Pflanzenschutzes zunächst nicht direkt am Zaun entlang, sondern durch einen schmalen Waldstreifen in der Nähe des Zaunes nach Osten. Im weiteren Verlauf erfolgt die Wegführung dann unmittelbar am Zaun entlang (s. Lageplan der Anlage 1).

 

Die „Drei Zinnen“ im Nord-Westen der Grube (Sektor I) werden erschlossen, indem der Zustieg Z 1 unmittelbar östlich der Felsen vom Verbindungsweg aus hinunter direkt an den Wandfuß geführt wird. So ist gewährleistet, dass die (hier ohnehin schier undurchdringliche) Grubensohle unberührt bleibt. Für die Wegführung am Wandfuß entlang müssen stellenweise Brombeerge-hölze entfernt werden. Der Zustieg Z 1 ist noch nicht gebaut.

 

Die Wand im Osten der Grube (Sektor II) wird über den Zustieg Z 2 erreicht, der von Norden kommend einen Hang hinunter und dann im weiteren Verlauf über Blockschutt am Wandfuß entlang führt. Dieser Zustieg wurde in der Probephase bereits gebaut. Vom Weg aus führen einzelne, ca. 10 Meter lange Stichpfade zu sieben Einstiegen und Sicherungszonen im Wand-fußbereich. Die Wand soll nicht durchgängig, sondern nur in den vegetationslosen Bereichen beklettert werden. Die Lage kleinräumiger Betretungs- und Ruhezonen am Wandfuß ist in der Probephase mit fachkundigen Vertretern der ULB einvernehmlich abgestimmt worden. Die Zo-nierung wird durch geeignete Absperrungen (bspw. aus Totholz) und entsprechende Markierungen sichergestellt. Standplätze am Wandfuß für das Sichern des vorsteigenden Seilpartners werden so auf das aus Sicherheitsgründen Notwendige reduziert.

 

Zum Sektor III gelangt man unproblematisch (d.h. ohne Wegebau) vom Eingangstor über die alte Betriebszufahrt, die auch heute noch oberhalb des westlichen Grubenrandes verläuft. Die Erschließung dieses Sektors kommt gänzlich ohne Betretung der Grubensohle aus. Die Kletterer gelangen hier an den „Einstieg“ einer Route, indem sie zuvor vom Grubenrand aus über die jeweilige Route abseilen. Da die Einstiege zu den (wenigen) Kletterrouten in etwa 15 bis 20 Me-tern Höhe über der Sohle liegen und von diesen Punkten aus dann nur wieder über vegetationslosen steilen Fels zum Grubenrand hochgeklettert wird, bleibt die Grubensohle und die dortige Fauna und Flora völlig unberührt.

 

Nachdem die Sektoren I und III praktisch erschlossen sind, wäre im Wesentlichen nur noch der Zustieg zum Sektor I (Drei Zinnen – Z 1) zu bauen. Dieser Abstieg in die Grube kann ähnlich harmonisch in die Landschaft eingebettet werden, wie dies beim Zustieg zur Wand im Osten gelungen ist.

 

d) Planung und Einrichtung der Kletterrouten

Der DAV wird die in den Sektoren einzurichtenden Kletterrouten umsichtig planen. Konfliktpotenzial entsteht erfahrungsgemäß nicht in vegetationslosen und kompakten Steilwänden. Allein diese sind in der Regel aber für das Klettern interessant. Kletterer meiden bewachsene, brüchige Felsteile, die ihrerseits wiederum häufig wegen ihrer Pflanzen schutzwürdig sind und deshalb auch nicht berührt werden sollten. Dem wurde bereits bei der in Absprache mit der ULB erfolgten Auswahl der Kletterfelsen Rechnung getragen. Der DAV wird diesen Gedanken auch bei der konkreten Einrichtung der Kletterrouten fortführen.

 

In den Sektoren I und II enden die Kletterrouten kurz unterhalb des Grubenrandes an dort angebrachten sog. Umlenkhaken. Ein Umlenkhaken wird nicht überklettert, sondern der Kletterer fädelt an diesem das Seil ein und wird dann von seinem Seilpartner wieder abgelassen. Vorteil dieser Methode ist, dass der eigentliche Felskopf oder hier besser Klippenrand nicht betreten wird.

Sektor I (Drei Zinnen)

  • Gesamtansicht (s. Foto Nr. 1 der Fotosammlung in Anlage 2)
  • Westliche Zinne (s. Foto Nr. 1 - linker Fels)
  • Mittlere Zinne (s. Foto Nr. 6)
  • Östliche Zinne (s. Foto Nr. 7)

Sektor II (Ostwand)

  • Gesamtansicht (s. Foto Nr. 2)
  • Grauer Felssporn (s. Foto Nr. 8)
  • Großer Überhang (s. Foto Nr. 9)
  • Lehmriss "Linke Backe" (s. Foto Nr. 10)
  • Lehmriss "Rechte Backe" (s. Foto Nr. 11)
  • Glatte Wand (s. Foto Nr. 12)
  • Alpine Wand (s. Foto Nr. 13)
  • Anfängerroute (s. Foto Nr. 14)

Sektor III (Sportkletterwand)

  • Gesamtansicht (s. Foto Nr. 3)

Einzelheiten zur kleinräumigen Zonierung in den Sektoren sind bereits in der Probephase mit fachkundigen Vertretern der ULB abgestimmt worden. Entsprechende Abstimmungen werden auch in Zukunft erfolgen.