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360° Tour durch den Bochumer Bruch

Konzeption Klettern und Naturschutz im Bochumer Bruch


Landesverband Nordrhein-Westfalen des Deutschen Alpenvereins e.V.

II. Erhaltungs- und Nutzungsziele des DAV

Aus der latenten Gefahr einer der Schutzwürdigkeit des Steinbruches unangemessenen Nutzung bietet das nachfolgend beschriebene Konzept des Deutschen Alpenvereins (DAV) einen Ausweg. Angestrebt wird eine dauerhafte Lösung zugunsten der langfristigen Erhaltung und Entwicklung des Naturraums als Sekundärbiotop im Einklang mit einer sanften, gelenkten, begrenzten und kontrollierten Erholungsnutzung.

 

Konkret verfolgt der DAV mit der Übernahme des Steinbruchs zum einen das Ziel, einen Teil der Wände für das Felsklettern zu nutzen und in verantwortlicher Weise Jugendliche in diesem Bergsport auszubilden. Zum anderen ist der DAV selbst an der Erhaltung und natürlichen Entwicklung des Sekundärbiotops interessiert und bereit, diesen Prozess in Absprache mit der ULB durch geeignete Maßnahmen zu unterstützen.

1. Der Bochumer Bruch als Felsklettergebiet

Die Natursportart Felsklettern ist von der Landesregierung NRW als förderungswürdig anerkannt worden (s. Antwort der Landesregierung auf die Kleine parlamentarische Anfrage in LT-Drs. 11/4121 vom 27.07.1992), dies schon wegen der besonderen erlebnispädagogischen Bedeu-tung dieses Sportes für Jugendliche (Selbsterleben, Erlernen von Sozialverhalten und Verantwortungsübernahme, positive Grenzerfahrungen, intensives Naturerlebnis, Förderung der Gesundheit). Der Klettersport hat deshalb längst Einzug in ministerielle Richtlinien und Lehrpläne für den Schulsport sowie in die Sportlehrerfortbildung gehalten (s. Anlage 4). Bei alledem ist zu berücksichtigen, dass das Felsklettern seine höchste Wertigkeit in der freien Natur und nicht in Hallen entfaltet.

 

Gleichwohl kann dieser Bergsport an den nordrhein-westfälischen Naturfelsen wegen der vielfachen Kletterverbote kaum noch ausgeübt werden. Ein Ausweichen auf junge Steinbrüche ist wegen der modernen Abgrabungstechniken (Sprengmethoden) und der damit verbundenen Brüchigkeit des Gesteins häufig unmöglich. Die Felswände des Bochumer Bruchs bieten dagegen wegen der früher angewandten Abbautechniken eine große Chance. Sie ermöglichen aufgrund ihrer festeren und kompakteren Gesteinsstruktur sowohl eine Kletterausbildung in geneig-terem Gelände als auch Sportklettereien in höheren Schwierigkeitsgraden. Dies eröffnet dem Alpenverein die Möglichkeit, den Bochumer Bruch als einen wichtigen Standort des Felsklet-terns in NRW zu etablieren.

2. Praktizierter Naturschutz

Ein weiteres Ziel des DAV ist das des praktizierten Naturschutzes. Durch die Übernahme bzw. langfristige Betreuung des Gebiets und durch das Engagement seiner Mitglieder geht der Alpenverein nicht nur von der Erhaltung, sondern auch von einer Verbesserung des gegenwärtigen Zustandes des Bochumer Bruchs im Hinblick auf seine Struktur- und Artenvielfalt aus. In weiten Teilen des Bruches sollte eine möglichst ungestörte natürliche Sukzession erfolgen (hierzu s.u. unter VI.). In enger Abstimmung mit der Unteren Landschaftsbehörde können von einem speziellen Naturschutzteam aber auch gezielte Pflegemaßnahmen durchgeführt werden.

 

Durch die Gebietsverantwortung wird das Umweltbewusstsein der DAV-Mitglieder gestärkt. Dadurch werden sich diese nicht nur im Bochumer Bruch, sondern auch anderenorts verantwortlich in der Natur bewegen und für deren Schutz einsetzen.

3. Nachhaltiger Schutz bei sanfter Nutzung

Beim Bochumer Bruch können sowohl das Felsklettern in der Natur als auch der verantwortliche Umgang mit der Natur eine wertvolle Symbiose eingehen. Wenn sich hier Menschen im Sinne einer Patenschaft langfristig und ehrenamtlich für ein Gebiet einsetzen, geschieht dies letztendlich zum dauerhaften Nutzen der Natur.

 

Im Bereich Felsklettern und Naturschutz hat der Deutsche Alpenverein in den letzten Jahrzehnten bundesweit umfassende Erfahrungen gesammelt. In die Übernahme der Gebietsverantwortung für den Bochumer Bruch fließen somit Kompetenzen ein, die sich Mitglieder des DAV bei ähnlich gelagerten Projekten angeeignet haben. In Nordrhein-Westfalen handelt es sich aller-dings um das erste größere Projekt dieser Art, was nicht ohne einen gewissen Reiz ist.

 

Auch die Firma Rheinkalk, ein im Kreis Mettmann und in der Stadt Wülfrath verwurzeltes Unternehmen, sieht im Entwicklungsansatz des DAV positive Impulse für die Region und war deshalb bereit, den Steinbruch für das Felsklettern zur Verfügung zu stellen. Das Unternehmen erkennt im Konzept des Alpenvereins im Vergleich zu anderen diskutierten Nutzungen (Mülldeponie, Gewerbegebiet, Verfüllung etc.) eine naturverträgliche Lösung.