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360° Tour durch den Bochumer Bruch

Konzeption Klettern und Naturschutz im Bochumer Bruch


Landesverband Nordrhein-Westfalen des Deutschen Alpenvereins e.V.

VII. Vertragsnaturschutz

Der Deutsche Alpenverein als verlässlicher Partner der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Mettmann.

 

Der Alpenverein hat den Bochumer Bruch von der Rheinkalk GmbH & Co. KG erworben, damit unangemessene Nutzungen in dem Gebiet unterbleiben und die vorliegende Konzeption umgesetzt werden kann. Zu diesem Zweck wurde im Frühjahr 2003 ein öffentlich-rechtlicher Vertrag zwischen dem Kreis Mettmann und dem DAV geschlossen. Die Vertragspartner waren sich damals einig, dass die Naturverträglichkeit der Kletternutzung zunächst in einer Probephase getestet werden sollte.

 

Die Probephase ist nach Auffassung der ULB und des DAV erfolgreich verlaufen. Wegebau und Kletterbetrieb haben sich als naturverträglich erwiesen. Die Verhaltensregeln für das Gebiet werden von den Kletterern eingehalten. Das Aufsichts- und Anmeldesystem funktioniert. Es gab an keinem einzigen Tag in den vergangenen zwei Jahren eine Überschreitung der zugelassenen Kontingentierung.

Auf die Anregung des Landschaftsbeirats hin wurden auch ergänzende ökologische Gutachten und Untersuchungen zu den Moosen und Flechten im Steinbruch eingeholt, um auch hier hinsichtlich der Naturverträglichkeit des Kletterns sicherzugehen. Die Gutachter wurden von DAV-Mitgliedern engagiert betreut und unterstützt. Sie haben im Ergebnis allesamt keine Bedenken gegen die Umsetzung der Konzeption des DAV erhoben.

 

Vor diesem Hintergrund hält der Alpenverein die Weichen nun dafür gestellt, dass zwischen Kreis und DAV eine dauerhafte vertragliche Naturschutz-Partnerschaft entsteht, die die vorliegende Konzeption vollständig zum Tragen kommen lässt. Der Alpenverein ist der festen Überzeugung, dass die Realisierung seines sanften Nutzungskonzepts den Naturschutz im Bochu-mer Bruch langfristig sichern wird. Es spricht im Grunde für sich, dass seit dem Erwerb des Grundstücks durch den DAV die Diskussionen um andere (nicht naturverträgliche) Nutzungen verebbt sind. Es wird weiterhin das Ziel des DAV sein, das Gebiet gegen den Zugriff kommerzieller Interessen zu sichern und in seiner Einzigartigkeit zu erhalten.

 

Zugleich würde das Projekt durch die Schaffung eines neuen Klettergebietes im an frei zugänglichen Felsen armen NRW wegen der Förderungswürdigkeit des Klettersports dem Allgemein-wohl dienen. Felskletterer aus der Rhein-Ruhr-Region könnten diesen Sport wieder vergleichsweise heimatnah ausüben. Für Jugendliche ist Heimatnähe geradezu eine Zugangsvorausset-zung, und die unter erlebnispädagogischen Gesichtspunkten hohe Wertigkeit des Kletterns ist unbestritten.

 

Für den Alpenverein ist allerdings von entscheidender Bedeutung, dass das Klettergebiet Bochumer Bruch für Kletterer so attraktiv ist, dass es sich auf Dauer selbst tragen kann. Die Verkehrssicherung des Geländes (Zaunbau) und die Naturschutzarbeit sind aufwändig. Insofern muss die Arbeit, die der DAV in das Gebiet steckt, mit den Nutzungsmöglichkeiten zum Felsklet-tern in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass langfristig ehrenamtliche Helfer (in der Regel Kletterer) für die vielfältigen Arbeiten, die die Betreuung von insgesamt 22 Hektar Fläche mit sich bringt, mobilisiert werden können.

Das Gesamtkonzept des DAV geht nur dann auf, wenn der klettersportliche Teil des Nutzungskonzepts nicht zu kurz kommt, also keine weiteren Einschränkungen mehr erfährt. Es sei daran erinnert, dass die Auswahl der Kletterfelsen nicht allein durch den DAV, sondern in Abstimmung mit Gutachtern und fachkundigen Vertretern der ULB erfolgt ist und bereits das Ergebnis einer sehr weit reichenden (Selbst-)Beschränkung des DAV ist. Nur ca. 35 Prozent der bekletterbaren Felsen im Bruch sollen genutzt werden. Das sind nur etwa fünf Prozent der Gesamtfläche des Bruches. Auf das Betreten von 95 Prozent (!) seines im Landschaftsschutzgebiet gelegenen Grundstücks verzichtet der DAV freiwillig. Der DAV schützt dieses Gebiet praktisch so, als wäre es ein Naturschutzgebiet.

 

Bei der mit den Vertretern der ULB konkret vereinbarten Kletternutzung handelt es sich somit um ein sehr gemäßigtes Nutzungsziel. Das Erreichen dieses Ziels ist für den Alpenverein allerdings essenziell für die Tragfähigkeit des Gesamtkonzepts. Kurz gesagt: Nur für das Klettern ausschließlich an der schon in der Probephase freigegebenen „Wand im Osten“ hätte der Al-penverein das riesige Gebiet sicherlich nicht von Rheinkalk gekauft.

 

Der Alpenverein hat sich vor diesem Hintergrund darüber gefreut, dass viele Mitglieder des Landschaftsbeirats im September 2005 seiner Einladung gefolgt sind und sich durch die Besichtigung des Bochumer Bruchs ein Bild von der Arbeit der DAV-Mitglieder gemacht haben. Denn wer das Areal einmal selbst gesehen hat, kann erkennen, dass das Konzept des DAV tatsächlich von aufrichtigem Willen zu praktischem Naturschutz geprägt ist. Am Ende gewinnt hierdurch vor allem die faszinierende Natur im Bochumer Bruch.