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360° Tour durch den Bochumer Bruch

Konzeption Klettern und Naturschutz im Bochumer Bruch


Landesverband Nordrhein-Westfalen des Deutschen Alpenvereins e.V.

VI. Natur- und Artenschutz

Nach der fachlich bestätigten Einschätzung des DAV ist die bisherige und zukünftige natürliche Sukzession im Bochumer Bruch das unter Naturschutzaspekten eigentlich Spannende. Der Steinbruch hat bereits eine interessante Entwicklung durchlaufen und es wird interessant sein, zu beobachten, wie er sich weiterentwickeln wird. Aus diesem Grund basiert das Naturschutzkonzept des DAV auf der Prämisse, dass Fauna und Flora im Bruch in großen Ruhezonen einer ungestörten Entwicklung überlassen bleiben und möglichst frei von menschlichen Eingriffen sein sollen.

 

Allerdings ist es sinnvoll, zuvor die sichtbaren Spuren zwischenzeitlicher menschlicher Eingriffe zu beseitigen. Dazu zählt das Aufsammeln und Entsorgen von Abfällen (Zivilisationsmüll, Autoreifen usw.) wie auch das Entfernen von Feuer- und Grillstellen, die von wilden Nutzungen zeugen. Hierzu sind die Mitglieder des DAV gerne bereit und diese Bereitschaft haben sie in der Probephase bereits mehrfach bewiesen. Es wurden insgesamt zwei LKW-Ladungen Müll aus der Bruchsohle getragen.

 

Es wird das Interesse des DAV sein, derartige unbefugte Nutzungen durch Dritte auszuschließen, damit die geschützten Areale keine Störungen oder Mülleintrag erfahren. Auch zu diesem Zweck wird der Zaun um die Grube regelmäßig gewartet. Zur nordseitigen Straße hin wird die Grube inzwischen von einem hohen Maschendrahtzaun abgeschirmt.

 

Soweit im Bochumer Bruch eine natürliche Sukzession zugelassen werden soll, sollte möglichst von Pflegemaßnahmen Abstand genommen werden, da sie künstliche Eingriffe darstellen. Gleichwohl ist der DAV bereit, in enger Abstimmung mit der Unteren Landschaftsbehörde und auf deren Wunsch hin Pflegemaßnahmen (bspw. partielle Entfernung von Gehölzen aus der Grubensohle) zur Erhaltung einer gewissen Biotopvielfalt durchzuführen oder zuzulassen. So wurde bspw. in der Probephase durch den Einsatz ehrenamtlicher Helfer auf der Bruchsohle eine von der ULB bezeichnete größere Fläche entbuscht, die sich bereits als strukturelle Bereicherung für die im Bruch vorkommenden Amphibien (insb. Molcharten) und zahlreiche Pflan-zenarten erwiesen hat.

 

Der DAV ist aber auch bereit, für bestimmte seltene Arten aktiven Biotopschutz zu betreiben. Beim Uhu (bubo bubo), der 2005 im Bochumer Bruch erfolgreich in der Ruhezone gebrütet hat (drei Jungtiere) und durch die Kletterer nicht gestört wurde, wurde damit bereits begonnnen. In der Probephase wurde in Abstimmung mit der ULB und in Zusammenarbeit mit Greifvogelexperten ein konkretes Biotopmanagement abgesprochen, das derzeit von den Mitgliedern des DAV umgesetzt wird. Beispielsweise soll der Bochumer Bruch durch gezieltes Freischneiden der Anflugstellen des Uhu von Gehölzen als Brutrevier langfristig erhalten bleiben. Eine erste Maß-nahme dieser Art hat durch ehrenamtliche Helfer das DAV bereits stattgefunden. Der Alpenverein ist darüber hinaus zu fachlich begründeten Kletterbeschränkungen in den sensibleren Phasen der Balz- und Brutzeit des Uhus bereit, die bereits mit der ULB und Greifvogelspezialisten konkret abgestimmt wurden.