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360° Tour durch den Bochumer Bruch

Konzeption Klettern und Naturschutz im Bochumer Bruch


Landesverband Nordrhein-Westfalen des Deutschen Alpenvereins e.V.

V. Ablauf und Überwachung des Kletterbetriebs / Kontingentierung

Der DAV sorgt dafür, dass der Kletterbetrieb geordnet und kontingentiert sowie im Einklang mit den mit der ULB abgestimmten Verhaltensregeln abläuft. Hierfür ist es wichtig, dass jeder Klet-terer über die einzuhaltenden Verhaltensregeln informiert ist. Dies gewährleistet der DAV durch Aushänge in einem Schaukasten am Eingang zum Bruch sowie über entsprechende Informatio-nen im Internet. Der DAV wird den Zugang zum Steinbruch durch ein Anmeldesystem steuern. Im Steinbruch wird eine Aufsicht das Verhalten der einzelnen Kletterer beobachten und bei Ü-berschreiten der festgelegten Grenzen eingreifen.

 

Seit der Übernahme des Bochumer Bruchs steht dem DAV das Hausrecht zu. Das heißt, er kann anders als bei allgemein zugänglichen und zumeist im öffentlichen Eigentum stehenden Naturfelsen jemanden, der sich nicht an die Verhaltensregeln hält, sofort des Grundstücks verweisen. Dieses private Kletterverbot wäre wirksam, denn bei dem eingezäunten und schwer zugänglichen Steinbruch ist ein unbefugter Zutritt nicht möglich und wäre als Hausfriedensbruch auch strafbewehrt. Folglich werden sich die Kletterer zum Klettern anmelden und die Verhal-tensregeln sowie die Anweisungen der Aufsicht einhalten.

 

Aber nicht nur von der Aufsicht, sondern auch von anderen Kletterern, die das Klettergebiet nicht durch leichtfertige Aktionen Einzelner in seinem Bestand gefährdet sehen wollen, geht gegenüber Abweichlern eine nicht zu unterschätzende disziplinierende Wirkung aus, so dass die Gefahr massiver Verstöße gegen die Verhaltensregeln wohl nur theoretisch besteht. Die Probe-phase hat dies bereits gezeigt.

 

Im Einzelnen wird der DAV folgende Maßnahmen zur Gewährleistung eines ordnungsgemäßen Kletterbetriebes ergreifen bzw. hat dies bereits getan:

 

1. Der DAV informiert die Felskletterer umfassend über den Bochumer Bruch, die Schutz-ziele und die dortigen Verhaltensregeln (Internet, Informationstafel im Eingangsbereich, Mitgliederzeitschriften, spezielle Informationsveranstaltungen). Zu den Verhaltensregeln wird gehören, dass der Aufenthalt im Bruch nur zum Felsklettern gestattet ist.

 

2. Wegebau, Absperrungen und Markierungen werden so vorgenommen, dass sich für jedermann auf den ersten Blick und unmissverständlich die Abgrenzung zwischen Betretungs- und Ruhezone erschließt.

 

3. Wer im Bochumer Bruch klettern will, muss sich mit seinen persönlichen Daten auf einer speziellen Internetseite anmelden. Eine Anmeldung wird technisch für den Einzelnen nur dann möglich sein, wenn er zuvor die Verhaltensregeln elektronisch akzeptiert hat.

 

4. Die Anmeldeliste lässt entsprechend einer mit der ULB vereinbarten Kontingentierung nur eine bestimmte Anzahl von Anmeldeplätzen pro Tag zu, und zwar gemäß folgender Staffelung:

 

Januar: 20

Februar: 20

März:  20

April:  30

Mai:  40

Juni:  40  

Juli:  50

August: 50

September: 50

Oktober: 40

November: 20

Dezember: 20

 

Hierbei handelt es sich um Spitzenwerte, die voraussichtlich nur an wenigen Wochenendtagen im Jahr erreicht werden. In der Regel liegt die Zahl der Kletterer im Bruch (schon witterungsbedingt) deutlich darunter.

 

5. Die Einhaltung der Kontingentierung wird durch eine Aufsicht des DAV überwacht, insbesondere am Wochenende. In Zweifelsfällen erfolgt ein Namensabgleich anhand der ausgedruckten Anmeldeliste und geeigneter Ausweispapiere (DAV-Mitgliedsausweis u.a.).

 

6. Kletterrouten werden nur durch ein kleines erfahrenes Team mit zuverlässigen Bohrhaken eingerichtet. Erst nach sorgfältiger Prüfung einer Route auf Sicherheit wird diese freigegeben. Der Kletterbetrieb an einem Felsen wird erst eröffnet, wenn eine hinrei-chende Anzahl von sicheren Routen eingerichtet ist.

 

7. Der Alpenverein hat in Absprache mit der ULB eine (Dixi-)Toilette auf dem Grundstück aufgestellt und sorgt für eine turnusgemäße Wartung.

 

8. Zur Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht wird der Zaun um das Gelände regelmäßig abgeschritten und hierüber ein Zaunbuch geführt. Der Zaun wurde bereits an vielen Stellen vom DAV ausgebessert und wird regelmäßig gewartet.

 

9. Im Klettergebiet werden Erste-Hilfe-Kästen vorgehalten. Mit der Feuerwehr der Stadt Wülfrath und der Leitstelle des Kreises Mettmann wurde bereits – für den Fall der Fälle – ein Konzept über Anfahrt, notwendige Rettungsmittel etc. abgestimmt.

 

10. Damit gewährleistet ist, dass kein Unbefugter den Bruch betritt, hat der DAV das Eingangstor zum Bochumer Bruch mit einem elektronisches Zahlenschloss versehen. Zutritt gewährt wird nur den für den jeweiligen Tag ordnungsgemäß angemeldeten Kletterern.

 

11. Die Besucher des Museums Zeittunnel werden an geeigneten Stellen durch inhaltlich mit der ULB abgestimmte Informationstafeln über das Konzept des DAV informiert, damit (insb. jugendlichen) Beobachtern eines Kletterers in einer Wand nicht eine freie Betre-tungsmöglichkeit des Bruches suggeriert wird. Stattdessen weist der Alpenverein Interessierte auf Kontaktspersonen, Kletterschulungen etc. hin.

 

12. Der Alpenverein wirbt bei den Kletterern aus Umweltgründen dafür, den Bochumer Bruch mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzufahren. Die Erreichbarkeit des Steinbruchs über den ÖPNV ist gut, wurde bereits detailliert recherchiert und ist im Internet beschrieben.

 

13. Die Gewerbegebiete Kruppstraße bzw. Dieselstraße in Wülfrath halten aber auch weit mehr öffentliche Parkplätze für mit dem Auto anreisende Kletterer bereit, als benötigt werden, dies vor allem an der Kruppstraße, der Robert-Koch-Straße und der Dieselstraße. Am Wochenende weisen diese Straßen kaum ruhenden Verkehr auf. Der Alpenverein wird darauf achten, dass die Besucher des Steinbruchs den in den angrenzenden Gewerbegebieten Krupp- und Dieselstraße zur Verfügung stehenden öffentlichen Parkraum ordnungsgemäß nutzen.

 

Im Rahmen der seit Mitte 2003 laufenden Probephase für den Kletterbetrieb wurden bereits viele der o.g. Maßnahmen erfolgreich umgesetzt. Dabei gab es einen partnerschaftlichen Erfahrungsaustausch mit den Vertretern der ULB. Dieser Erfahrungsaustausch soll nach dem Willen der Beteiligten auch in Zukunft stattfinden, so dass es weiterhin mit Blick auf die Schutz- und Nutzungsziele zu konzeptionellen und praktischen Verbesserungen kommen kann.