HomeKletteranmeldung
DatenschutzKontaktImpressum
www.alpenverein.de BB Panorama

360° Tour durch den Bochumer Bruch

Konzeption Klettern und Naturschutz im Bochumer Bruch


Landesverband Nordrhein-Westfalen des Deutschen Alpenvereins e.V.

I. Der Bochumer Bruch

1. Kurzbeschreibung

Der „Bochumer Bruch“ ist ein 1958 stillgelegter, eingezäunter Steinbruch am Stadtrand von Wülfrath (Kreis Mettmann) mit einer Fläche von ca. 16 ha. Der Steinbruch bildet einen tiefen Kessel mit steilen Hängen sowie Felswänden von 30 bis 50 Metern Höhe.

Die Hänge sind überwiegend mit Gebüsch und jungem Wald bestanden. Die Felsen sind weit-gehend vegetationslos und bestehen aus hellen, dickbankigen bis massigen oberdevonischen Kalken. Die Grubensohle (ca. 11 ha) weist Rohböden auf Kalkstein auf, die sowohl mit Gebüsch (vor allem Weißer Hartriegel – cornus alba) und Birken-Pionierwald als auch mit Pionierfluren bedeckt sind. Die Sohle ist durch einen Tunnel mit dem benachbarten, nicht allgemein zugänglichen Steinbruch „Schlupkothen“ verbunden. Durch den Tunnel strömt im Frühjahr Wasser in den Bochumer Bruch. Die Grubensohle trocknet dann bis zum Sommer wieder weitgehend ab.

 

Der obere Randbereich des Steinbruchs und die im Süden gelegene Abraumhalde werden forstwirtschaftlich genutzt. Auf der Grubensohle zeugten lange Zeit Feuerstellen und Zivilisati-onsmüll von „wilden Nutzungen“. Viele dieser Spuren wurden nach der Übernahme der Gebietspatenschaft im Jahr 2003 durch den Landesverband NRW des Deutschen Alpenvereins e.V. (DAV) beseitigt.

 

Eine präzise Beschreibung des Steinbruchs und eine detaillierte Angabe der dort aufzufindenden Tier- und Pflanzenarten enthält der von der Firma Rheinkalk in Auftrag gegebene Untersuchungsbericht der Rinke & Poestges Partnerschaftsgesellschaft vom 28.03.2002 („Bochumer Bruch in Wülfrath, Kreis Mettmann, Status Quo – Bericht 2001, Standörtliche, floristische und faunistische Verhältnisse“), der dem Kreis Mettmann mit Schreiben vom 24.04.2002 zugeleitet worden ist.

 

Der Bochumer Bruch stand über Jahrzehnte im Eigentum der Rheinkalk GmbH & Co. KG. Er wurde im Jahr 2003 vom DAV erworben, damit in Abstimmung mit der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Mettmann (ULB) die Konzeption Naturschutz und Klettern im Bochumer Bruch (damaliger Stand: 20.09.2002) umgesetzt werden konnte. Dies geschah zunächst in einer ca. zweieinhalbjährigen Probephase, die Ende 2005 ausläuft. Bei der vorliegenden Konzeption handelt es sich um eine aktualisierte Fassung in die die Erfahrungen der Beteiligten aus der Probephase eingeflossen sind.

2. Planungsrechtliche Einordnung

Im Landschaftsplan des Kreises Mettmann vom Juni 2000 ist der Bochumer Bruch als „Landschaftsschutzgebiet“ festgesetzt (C 2.3-17). Zugleich handelt es sich gemäß der Festsetzung unter C 5.3-10 um die Herrichtungsfläche einer ursprünglichen Abgrabung mit vorgesehener Zwischennutzung als Kreisdeponie und Endnutzung als Fläche für die Forstwirtschaft.

 

Im Regionalplan der Bezirksregierung in Düsseldorf von 1999 ist der Steinbruch als „Bereich zum Schutz der Natur“ ausgewiesen. Dieser Begriff wird in der Begründung u.a. wie folgt erläutert:

 

„Die landschaftsorientierte Erholung bzw. umweltverträgliche sportliche Nutzungen sind in den Bereichen für den Schutz der Natur nicht grundsätzlich ausgeschlossen; allerdings unterscheiden sich die verschiedenen Biotoptypen hinsichtlich der Belastungsemp-findlichkeit erheblich. Durch entsprechende Erschließungs- und Aufklärungsmaßnahmen kann eine Lenkung bzw. Abschirmung des Erholungsverkehrs so erfolgen, dass einer-seits Störungen der geschützten Tier- und Pflanzenwelt vermieden, aber andererseits auch den Bedürfnissen der Bevölkerung nach naturorientierter Erholung Rechnung getragen werden kann. Ggf. hierzu notwendige Regelungen sind Gegenstand des fachplanerischen Verfahrens, in dem die Ziele für die betroffenen Bereiche für den Schutz der Natur zu beachten sind.“

 

Im Flächennutzungsplan der Stadt Wülfrath ist der Bochumer Bruch aus der allgemeinen Darstellung der Flächennutzung ausgenommen. In den Erläuterungen heißt es hierzu, dass sich der Steinbruch als Deponie eigne, jedoch diese Nutzung in Konkurrenz zur Entwicklung als Naturschutzgebiet stehe. In Wülfrath wurden aber auch schon Gedanken an die Ausweisung als Gewerbegebiet laut.

 

Im Gegensatz dazu standen und stehen wiederum Überlegungen, den landschaftlich interessanten Steinbruch allgemein für die erholungssuchende Bevölkerung zu öffnen. Dieser Gedanke wurde inzwischen insofern konkretisiert, als ein kleiner Teilbereich des Bochumer Bruchs durch die Errichtung von Aussichtspunkten für die Besucher des Museums Zeittunnel zu einem Modul eines Euroga-Projekts gemacht wurde, das auch den benachbarten Steinbruch Schlupkothen umfasst.